Anleitung
Wallet-Push-Broadcasts: In 5 Minuten an alle Karteninhaber senden (Apple + Google)
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie du als Café, Restaurant oder Friseur eine Push-Nachricht direkt in die Apple- und Google-Wallet-Pässe deiner Stammkund*innen schickst — ohne App, ohne Email-Spam. Inkl. Best-Practice-Beispiele für Happy Hour, Feiertags-Specials und Reaktivierung.
Push-Nachrichten direkt im Apple Wallet und Google Wallet sind eines der direktesten Marketing-Werkzeuge, die ein lokales Geschäft heute hat — und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten. Die Nachricht landet direkt im System-Notification-Center, ohne durch Spam-Filter, ohne separate App-Berechtigung, ohne dass deine Gäste vorher eine Email-Adresse angegeben haben mussten. In der Praxis erreichst du damit deutlich höhere Sichtbarkeitsquoten als mit einem klassischen E-Mail-Newsletter — die exakte Zahl hängt von deiner Branche, deinem Angebot und der Frequenz ab. Diese Anleitung zeigt dir, wie du in unter 5 Minuten deine erste Wallet-Broadcast verschickst.
Was ist eine Wallet-Broadcast?
Eine Broadcast ist eine kurze Nachricht (Header bis 80 Zeichen, Body bis 280 Zeichen), die wir simultan an Apple PassKit und an die Google-Wallet-API pushen. Sie erscheint:
- Auf iOS als Notification mit deinem Logo + Header + Body. Klick öffnet die Wallet-Karte.
- Auf Android im Wallet-App-Notification-Center mit gleichem Format.
Im Gegensatz zu einer Email gibt es keinen Spam-Filter, kein "Aktionen"-Tab, keine Inbox-Sortierung — die Nachricht ist sofort sichtbar. Im Gegensatz zu einer App-Push gibt es keine extra App-Installation, keine separate Permission-Abfrage. Das Wallet hat dein Gast sowieso installiert.
Schritt-für-Schritt: Erste Broadcast in 5 Minuten
1. Im Dashboard einloggen + Broadcast-Tab öffnen
Geh in dein Dashboard und klick links auf Nachrichten → Push-Broadcasts. Du siehst eine Liste aller bisherigen Broadcasts (am Anfang leer) und einen großen "Neue Broadcast"-Button rechts oben.
2. Programm-Scope wählen
Im Modal das Programm wählen, dessen Karteninhaber*innen die Nachricht bekommen sollen. Du kannst:
- Ein einzelnes Programm: nur die "Kaffeekarte"-Inhaberinnen, nicht die "Frühstückskarte"-Inhaberinnen
- Alle aktiven Programme deines Merchants: jeder, der irgendeine Karte von dir gespeichert hat
Pro-Tipp: starte mit einem Programm, schau dir die Reaktion an, dann erst Multi-Programm-Broadcasts.
3. Header + Body schreiben
Header (max 80 Zeichen): "Heute Happy Hour: 16-18 Uhr"
Body (max 280 Zeichen): "Jeder Cappuccino zum halben Preis.
Komm vorbei und nimm 2× Stempel mit."
Best-Practice-Regeln:
- Header beantwortet "Was?" — kein Marketing-Slogan, sondern die konkrete Aktion
- Body beantwortet "Warum jetzt?" — Zeit-Anker, Belohnung, Call-to-Action
- Keine Emoji-Wand — 1-2 maximal, sonst wirkt's spammy
- Keine Großbuchstaben in Header — iOS Wallet zeigt sie sowieso fett
4. Senden oder Planen
Du hast zwei Optionen:
- Sofort senden — innerhalb von 1-2 Minuten landet die Nachricht auf den Devices
- Planen — Datum + Uhrzeit wählen, wir versenden zum gewählten Zeitpunkt
Geplante Broadcasts kannst du bis 5 Minuten vor Versand noch ändern oder canceln.
5. Versand-Statistik checken
Nach Versand erscheint die Broadcast in der Liste mit:
- Empfänger: an wie viele Devices ging es raus (Apple + Google getrennt)
- Quoten-Verbrauch: wie viele Broadcasts hast du diesen Monat noch übrig
- Audit-Eintrag: wer hat sie verschickt (User), wann (Timestamp)
Click-Through-Tracking ist Wallet-bedingt nicht möglich (Apple und Google geben uns keine Daten dazu, ob ein Gast die Notification angetippt hat) — die KPI ist die "Bewegung im Geschäft" innerhalb der nächsten Stunden.
Best-Practice-Anwendungen
Happy-Hour-Aktivierung
Schick die Broadcast 30 Minuten vor Aktionsbeginn. Beispiel:
Header: "16-18 Uhr Happy Hour" Body: "Doppelte Stempel auf alle Cappuccinos. Komm vorbei!"
Beispielrechnung: Wenn deine Karteninhaber*innen typischerweise in wenigen Minuten Laufdistanz wohnen oder arbeiten und das Angebot zeitlich passt, kann ein klar formuliertes Aktionsfenster spürbare zusätzliche Besuche auslösen. Die genaue Conversion hängt von Branche, Angebot, Tageszeit und Reward ab — diese Zahlen lassen sich nicht pauschal vorhersagen.
Feiertags-Special / Saison-Aktion
Schick 1-2 Tage vor dem Event. Beispiel zu Muttertag:
Header: "Sonntag ist Muttertag — Mama lädst du auf" Body: "Bring deine Mama mit, ihr Kaffee geht aufs Haus. Bis Sonntag 18 Uhr."
Hier zählt Vorlauf — zu kurzfristig und niemand kann es einplanen, zu früh und es wird vergessen.
Reaktivierung schlafender Karten
Pro Quartal eine "Wir vermissen dich"-Broadcast an alle Karten, die seit ≥ 60 Tagen keinen Stempel hatten. Beispiel:
Header: "Wir vermissen dich!" Body: "Beim nächsten Besuch bekommst du 2 Stempel statt 1 — Karte einfach zeigen."
Wie viele dieser schlafenden Karten du tatsächlich reaktivierst, hängt stark vom Reward, vom Vorlauf und davon ab, wie alt deine Kartenbasis ist. Behandle jede Reaktivierungs-Broadcast als Experiment und vergleiche die Stempel-Spitze in den Tagen danach mit deinem normalen Verlauf.
Notification-Worthy Updates
- Öffnungszeiten-Änderung ("Heute kein Spätdienst, Verkürzte Öffnung bis 16 Uhr")
- Standort-Änderung ("Foodtruck steht heute am Linzer Hauptplatz")
- Neues Produkt ("Ab heute: Hafermilch ohne Aufpreis")
Quoten + Limits
Pro Tarif:
| Tarif | Broadcasts/Monat |
|---|---|
| Starter (€0) | — (Feature nicht enthalten) |
| Business (€19,80) | unbegrenzt* |
| Premium (€29,90) | unbegrenzt* |
*Push-Broadcasts haben keine harten Mengenlimits. Google API hat ein technisches Quotenlimit (mehrere tausend pro Stunde), das normaler Geschäftsbetrieb nie erreicht. Wir parallelisieren in 20er-Batches, um Quoten zu schonen.
Was du NICHT mit Broadcasts machen solltest
- Tägliche Nachrichten. Nach 2 Wochen löschen Gäste die Karte wegen Notification-Müdigkeit. Halte 1× pro Woche als Maximum, 1× pro Monat als Default.
- Werbung für Dritte. Wallet-Broadcasts sind nicht für Affiliate-Links oder Sponsoring gedacht. Apple + Google können den Pass-Type-ID widerrufen, dann sind alle deine Karten weg.
- Personalisierte Nachrichten. Broadcasts gehen an alle. Wenn du segmentieren willst (z.B. nur Kunden über 10 Stempel), brauchst du den E-Mail-Newsletter-Pfad, nicht Push-Broadcasts.
Push vs Email: Wann was?
| Zweck | Tool |
|---|---|
| Zeitkritisch ("heute") | Push-Broadcast |
| Long-Form-Content (Storytelling, Bilder) | E-Mail-Newsletter |
| Segmentiert (nur Top-Kund*innen) | E-Mail-Newsletter |
| An ALLE Karteninhaber*innen | Push-Broadcast |
| An nur Email-Subscriber | E-Mail-Newsletter |
In den meisten Fällen kombinierst du beide: Push für die zeitkritische Aktion, Email als Erinnerung 2 Tage später.