Reporting & Marketing
Loyalty-Reporting, Wallet-Push & E-Mail-Newsletter: Bestandskunden reaktivieren ohne App
KPIs deines Treueprogramms, Wallet-Push-Broadcasts auf den Lockscreen und Markdown-Newsletter — wie du im Stempelkarte-Dashboard Reichweite ohne App-Installation aufbaust.
Wenn dein digitales Stempelkarten-Programm läuft und die ersten hundert Karten im Wallet deiner Gäste sind, fängt der eigentliche Job an: Bestandskunden zur Wiederkehr bewegen. Klassische Newsletter haben Open-Rates von 18–25 %, Push-Notifications via Wallet erreichen 60–80 %. Stempelkarte gibt dir beide Kanäle — plus ein Reporting-Dashboard, das dir zeigt, was wirkt. Dieser Artikel erklärt jede Kennzahl, jede Push-Strategie, jeden Newsletter-Use-Case.
Den vollständigen Dashboard-Überblick findest du im Pillar-Artikel. Wie du dein Programm überhaupt einrichtest, steht im Spoke „Stempelkarte erstellen".
Warum klassische Newsletter scheitern und Wallet-Pushes funktionieren
Ein durchschnittlicher E-Mail-Newsletter bei einem lokalen Café:
- Open-Rate ~22 %
- Click-Rate ~3 %
- Conversion zur tatsächlichen Wiederkehr ~0,5 %
Bei 1.000 Bestandskunden öffnen 220 die Mail, 30 klicken, 5 kommen tatsächlich. Das reicht für saisonale Kampagnen, aber nicht für die wöchentliche Reaktivierung.
Ein Wallet-Push läuft anders: Die Notification erscheint direkt am Sperrbildschirm, mit Logo und Brand-Farbe deiner Karte. Der Kunde sieht sie ohne App-Öffnen, ohne Inbox-Filter, ohne Spam-Folder-Risiko. Reichweiten:
- Sichtbarkeits-Rate ~80 % (Lockscreen-Notifications werden gesehen)
- Engagement-Rate ~25 % (Tap auf Notification = Karte öffnen)
- Wiederkehr-Conversion ~6–10 % je nach Branche
Bei 1.000 Karten siehst du also realistisch 60–100 Wiederkehrer aus einem einzigen Push. Das ist der Grund, warum digitale Wallet-Loyalty klassische Loyalty-Apps und reine Newsletter-Strategien deutlich schlägt.
Das Reporting-Dashboard im Detail
Bevor du Kampagnen fährst, musst du wissen, was funktioniert. Das Reporting-Dashboard ist die Single-Source-of-Truth.
Übersicht
Dein Dashboard
Stempel · Belohnungen · Verlauf
Aktivierung
Abschluss
Zeiträume und Datenfrische
Vier Zeiträume sind verfügbar: 24 Stunden, 7 Tage, 30 Tage, 90 Tage. Jeder Wechsel feuert einen Backend-Request gegen /api/stats/overview?range=...&tz=Europe/Vienna. Die Antwort ist 60 Sekunden cached pro (merchant, range, tz)-Tupel — d. h. wenn du innerhalb einer Minute zweimal denselben Bericht aufrufst, kommt der zweite aus dem Cache (Header x-stats-cache: hit).
Alle Aggregate sind timezone-aware — die Buckets bilden sich nach deiner Geschäftszeitzone, nicht nach UTC. Wichtig für Auswertungen wie „Stempel pro Tag", die sonst um Mitternacht weltweit verschoben wären.
Die acht Kern-KPIs erklärt
1. Stempel im Zeitraum
Summe aller positiven Stempel-Transaktionen im gewählten Zeitraum. Negative Stempel (Korrekturen, Stornos) werden gegengerechnet. Praxis-Interpretation: Volumen-Indikator. Wenn die Stempel-Zahl Woche zu Woche steigt, gewinnst du Frequenz.
2. Belohnungen im Zeitraum
Anzahl der Redeem-Transaktionen — wie viele Kunden haben eine volle Karte tatsächlich eingelöst? Praxis-Interpretation: Closing-Rate-Signal. Hoher Wert = Programm kommt durch. Niedriger Wert = Belohnung uninteressant oder Schwelle zu hoch.
3. Neue Karten
Karten, die im Zeitraum erstmals ausgegeben wurden (issuedAt im Range). Praxis-Interpretation: Akquise-Indikator. Wenn neue Karten stagnieren, brauchst du mehr QR-Codes in deinem Geschäft, eine Aktion oder mehr Werbung.
4. Aktive Karten
Distinct cards mit ≥1 Stempel im Zeitraum. Praxis-Interpretation: Engagement-Indikator. Vergleichst du diesen Wert mit deinem Total-Karten-Bestand, hast du die wahre Aktivierungs-Rate.
5. Aktivierungs-Rate
(Karten mit ≥1 Stempel ÷ Karten total) × 100 %. Praxis-Interpretation: Wie viele deiner ausgegebenen Karten werden tatsächlich genutzt? Werte unter 60 % deuten darauf hin, dass viele Karten nach dem Save-to-Wallet vergessen werden — ein Push kann hier Wunder wirken.
6. Abschluss-Rate
(Karten mit ≥1 Einlösung ÷ Karten total) × 100 %. Praxis-Interpretation: Wie viele Kunden gehen den vollen Weg von Karte → erste Stempel → Belohnung? Werte unter 25 % bedeuten oft: Stempel-Ziel zu hoch oder Belohnung nicht attraktiv genug.
7. Ø Stempel pro aktiver Karte
Stempel im Zeitraum geteilt durch aktive Karten. Praxis-Interpretation: Frequenz pro Stamm-Kunde. Bei einem Kaffee-Programm sind 2,5–4 typisch (1× pro Woche bei 4-Wochen-Fenster). Niedriger = wenig Frequenz, höher = sehr engagierte Stammkundschaft.
8. Top-Programm
Programm mit der höchsten Stempel-Zahl im Zeitraum. Praxis-Interpretation: Wenn du mehrere Programme parallel betreibst, siehst du sofort, welches der „Hero" ist. Tipp: Lege Aktionen in Programm B an, wenn Programm A das Top ist — du nutzt deine bestehende Reichweite, ohne in Konkurrenz zum Hauptprogramm zu treten.
Verlaufs-Chart und Donut-Funnels
Der Verlaufs-Chart stellt Stempel und Belohnungen über die Zeit gegenüber. Bei 24h: stündliche Buckets. Bei 7d und 30d: tägliche Buckets. Bei 90d: wöchentliche Buckets. Die Linien zeigen Trend, die schraffierten Flächen Volumen.
Die zwei Donut-Funnels sind:
- Aktivierung — Anteil der Karten mit ≥1 Stempel (wie viele wurden überhaupt einmal benutzt?)
- Abschluss — Anteil der Karten mit ≥1 Einlösung (wie viele schließen das Programm tatsächlich ab?)
Programm-Top-Listen und Filter
Du kannst alle KPIs pro Programm filtern. Im Bereich Programme siehst du eine Tabelle mit:
- Programm-Name
- Status (Aktiv / Pausiert / Beendet)
- Aktive Karten
- Stempel im Zeitraum
- Einlösungen im Zeitraum
Sortierbar nach jeder Spalte — schnell erkennst du, welches Programm den meisten Beitrag liefert und wo es lohnt, mit Push und Newsletter nachzulegen.
Tier-Limits-Karte
Auf der Übersicht siehst du eine Plan-Usage-Card mit deinem aktuellen Karten- und Programm-Verbrauch im Vergleich zum Tarif-Limit. Bei 80 % bekommst du eine automatische Mail mit Upgrade-Link. Bei 100 % erscheint ein hellgrauer Hinweis-Banner — Bestandskarten funktionieren weiter, neue Anmeldungen zeigen eine freundliche „aktuell keine neuen Karten"-Seite.
Wallet-Push-Broadcasts: dein Direkt-Kanal zum Lockscreen
Sobald du im Business-Tarif bist, hast du Zugriff auf den Broadcast-Composer. Die schnellste Methode, alle deine Bestandskunden auf einmal zu erreichen.
So funktioniert ein Push
- Du komponierst Header (≤50 Zeichen) und Body (≤200 Zeichen)
- Wählst die Zielprogramme (multi-select) — du siehst pro Programm die Anzahl der Google-Wallet-User
- Sendet via „Jetzt senden"
- Backend triggert die Google-Wallet-Push-API über
patchLoyaltyClassMessages - Eine Nachricht (
messageType: TEXT_AND_NOTIFY) wird an die LoyaltyClass angehängt - Google verteilt sie an alle LoyaltyObjects, die mit dieser Class verknüpft sind
- Beim Empfang erscheint die Notification auf dem Lockscreen — Banner mit Logo und Brand-Farbe der Karte
Apple-Wallet-Limitation
Apple erlaubt keine direkten Lockscreen-Pushes durch Drittanbieter. Stattdessen aktualisiert Stempelkarte still die Karte (z. B. durch ein neues Hero-Image mit deinem Aktions-Hinweis), und über die Geofences triggert iOS die Karte automatisch, sobald der Gast in der Nähe deiner Filiale ist. Praktischer Effekt: Apple-User sehen deine Aktion, sobald sie das nächste Mal an deinem Café vorbeigehen — was oft besser konvertiert als ein zufälliger Push.
Reichweiten-Logik
Die Reichweite einer Push-Kampagne berechnet sich pro Programm als Summe der googleSavedCount-Werte. Das ist die Anzahl der LoyaltyObjects, die in einem Google-Wallet gespeichert wurden. Apple-Karten werden hier nicht mitgezählt — sie bekommen den Push aus den oben genannten Gründen nicht.
Push-Best-Practices
Inhaltlich funktionieren am besten:
- Konkrete Aktionen mit Zeitfenster („Heute 16–18 Uhr Happy Hour")
- Bonus-Stempel-Versprechen („Bring deine Karte mit — heute doppelte Stempel")
- Saisonale News („Frühlings-Sorten ab Montag")
- Persönliche Erinnerung („Du hast 3 von 5 Stempeln — der nächste ist bei uns")
Vermeide: zu lange Sätze, mehrere CTAs, generische Texte ohne Bezug.
Versand-Verlauf und Resend
Auf der Verlaufs-Seite (/dashboard/broadcasts/verlauf) siehst du jede gesendete Nachricht mit:
- Sent-Timestamp
- Reichweite
- Failed-Count (nicht zustellbare Karten)
- Resend-Button für nachträgliche Korrekturen
Wenn ein Push schiefgeht (Tippfehler, falscher Termin), schickst du einfach einen Korrektur-Push hinterher — wirkt zwar etwas peinlich, aber besser als ein verwirrter Kundenstamm.
E-Mail-Newsletter: deeper Content für Subscriber
Wo der Wallet-Push der schnelle, kurze Banner ist, ist der E-Mail-Newsletter dein Format für längere Inhalte: Saisonal-News, Story-Telling, Mehrere CTAs, Bilder. Voraussetzung: Du hast im Programm-Editor emailCaptureMode auf optional oder required gesetzt und dadurch E-Mail-Adressen gesammelt.
Drei neue Sorten ab Montag — Apfelblüte, Espresso Tonic und unser Klassiker mit Honigschaum.
Composer-Felder
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Betreff (Subject) | Erste Wahrnehmung in der Inbox — entscheidend für Open-Rate |
| Preheader | Vorschau-Text neben dem Betreff (10–80 Zeichen empfohlen) |
| Hero-Image | Optional, großes Banner-Bild oben (URL, JPG/PNG/WebP) |
| Markdown-Body | Hauptinhalt mit Headers, Listen, Bold, Italic, Links, Tabellen |
| CTA-Button-Text | Optional, Button-Beschriftung (z. B. „Karte öffnen") |
| CTA-Button-Link | Wohin der Button führt (interne oder externe URL) |
| Ziel-Programm | Multi-select; entscheidet, welche Subscriber den Newsletter bekommen |
Live-Preview rechts
Während du im Editor schreibst, rendert die Live-Preview rechts den Newsletter genauso, wie er in der Inbox deines Subscribers ankommen wird. Du siehst Markdown sofort als HTML, Hero-Image, Button-Styling — alles WYSIWYG.
Versand via Resend
Wenn du auf „Senden" klickst, läuft der Versand über die Batch-API von Resend. Pro 1.000 Empfänger einen API-Call, sehr schnell. Tarif-abhängig:
- Business: bis zu 5.000 Empfänger pro Monat
- Scale: bis zu 25.000 Empfänger pro Monat
Bei Überschreitung bekommst du eine Vorwarnung — du kannst entweder upgraden oder bis zum nächsten Monat warten.
Subscriber-Verwaltung
Auf /dashboard/broadcasts/subscribers siehst du alle eingetragenen E-Mail-Adressen mit:
- E-Mail-Adresse (vollständig oder anonymisiert je nach Modus)
- Programm-Bindung
- Opt-in-Datum
- Letztes Versand-Datum
- Opt-in-Status
Du kannst einzelne Subscriber manuell ausschließen (z. B. nach Beschwerden) oder eine ganze Subscriber-Liste in CSV exportieren.
Newsletter-Best-Practices
Was wirkt: drei Newsletter-Templates
Template 1: Saisonale Neuheit
Betreff: Frühlings-Sorten sind da 🌸 Hero: Foto deines Signature-Drinks Body: 1 Absatz Storytelling, 3 neue Sorten als Bullet-Liste, 1 Bonus-Hinweis CTA: „Karte öffnen" (Link zur Wallet-Karte)
Template 2: Bonus-Aktion
Betreff: Diese Woche: doppelte Stempel Hero: Optional — kann auch text-only stark wirken Body: Klare Mechanik, Zeitfenster, Limitierung („nur 100 Karten") CTA: „Vorbeischauen" (Link zur Filial-Adresse / Google Maps)
Template 3: Re-Engagement
Betreff: Wir vermissen dich (3 Stempel = gratis Kaffee) Hero: Personalisiertes Bild oder Stempel-Visualisierung Body: „Du hast 3 von 5 Stempel — der nächste ist auf uns" CTA: „Karte öffnen"
Wann Push, wann Newsletter, wann beides?
| Szenario | Bester Kanal |
|---|---|
| Spontane Aktion in den nächsten 2 Stunden | Push |
| Wochenend-Aktion ab Freitag | Push am Freitag, Newsletter am Donnerstag-Abend |
| Saisonale Neuheit mit Story | Newsletter |
| Bestandskunden-Re-Engagement nach 30 Tagen Inaktivität | Push (kurz) + Follow-up-Newsletter (deeper) |
| Lokales Event in deiner Filiale | Push (Geofencing reicht oft schon) |
| Bonus-Stempel-Aktion | Push als Erinnerung am Aktions-Tag |
Doppel-Strategie funktioniert besonders gut: Newsletter am Donnerstagabend mit Story und CTA, Push am Freitagmorgen mit kurzer Erinnerung. Reichweite addiert sich, Engagement verdoppelt sich teils.
Tier-Gating und Reichweiten-Limits
Beide Kanäle sind tarif-gating, aber sehr großzügig dimensioniert:
| Feature | Starter | Business | Scale |
|---|---|---|---|
| Wallet-Push-Broadcasts | – | unbegrenzt* | unbegrenzt |
| Newsletter-Reichweite/Monat | – | 5.000 | 25.000 |
| Subscriber-Liste | – | ✓ | ✓ |
| Versand-Historie | – | ✓ | ✓ |
*Push-Broadcasts haben keine harten Mengenlimits. Google API hat ein technisches Quotenlimit (mehrere tausend pro Stunde), das normaler Geschäftsbetrieb nie erreicht. Wir parallelisieren in 20er-Batches, um Quoten zu schonen.
Reporting + Kampagnen = Loyalty-Loop
Die wirkungsvollste Strategie ist nicht Push oder Newsletter, sondern der Loyalty-Loop:
- Reporting zeigt dir, welches Programm schwächelt
- Push-Kampagne reaktiviert die schlafenden Karten
- Reporting misst die Wirkung — Stempel-Zuwachs, neue aktive Karten
- Newsletter vertieft die Geschichte für die motivierten Subscriber
- Reporting zeigt Conversion-Rates, du iterierst
Mit dem Stempelkarte-Dashboard hast du diesen Loop in einer einzigen Web-App. Keine zusätzliche Tool-Stack, kein Daten-Export, keine API-Integrationen.